
stadtMAGAZIN KÖLN
Die schönsten Seiten unserer Stadt

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EINE STUNDE ZEIT
Im Gespräch mit
Louise Farina
Im Jahr 1709 gründete der aus Italien stammende Johann Maria Farina in Köln die erste Parfümfabrik der Welt. Hier kreierte er einen neuartigen Duft, indem er Bergamotte und andere Zitrusöle mit reinem Alkohol kombinierte. Zu Ehren seiner neuen Heimatstadt am Rhein taufte er diesen „Eau de Cologne”. Der Name wurde später zur Bezeichnung für eine ganze Duftgattung und markierte den Beginn der modernen Parfümerie. Im Laufe der Jahrhunderte erlangte das Parfüm in ganz Europa große Popularität und begeisterte sogar berühmte Persönlichkeiten wie Napoleon, Goethe, Kaiserin Elisabeth „Sisi” von Österreich oder Queen Victoria.
Bis heute, mehr als 300 Jahre später, wird das traditionsreiche Eau de Cologne von Farina immer noch in Köln hergestellt. Das Rezept ist ein gut gehütetes Geheimnis. Dafür sorgen die Nachkommen von Johann Maria Farina, denn das Unternehmen ist weiterhin in Familienhand. Mit Louise Farina wird es bereits in der neunten Generation geführt
START UP
Microgreens von Keimling Köln
Du sitzt in einem Kölner Café, vor dir ein üppig belegtes Brot, darauf kleine grüne Pflänzchen. Sie sehen dekorativ aus, schmecken intensiv und sind längst mehr als nur Garnitur. Es sind sogenannte Microgreens, junge Pflanzen, die kurz nach dem Keimen geerntet werden und vor allem in der Gastronomie zum Einsatz kommen. Angebaut werden sie mitten in Köln: in einer urbanen Farm am Hansaring, betrieben von Lars Kieselbach, dem Gründer von Keimling Köln.
Der 36-Jährige lebt seit 2017 in Köln und arbeitete lange in der Gastronomie. Dann kam die Pandemie. „Ich war in Kurzarbeit und während des Lockdowns verbrachte ich – wie wohl die meisten – sehr viel Zeit zuhause“, erinnert sich Lars. „Ich habe ein wenig im Internet gestöbert und bin dann auf diesen Food-Trend aus den USA aufmerksam geworden. Dort gibt es eine große Community, die Microgreens für den Eigenbedarf anpflanzt.“
GOOD HEALTH
Gesundheitstrends versprechen mehr Glück, Erfolg und körperliche Leistungsfähigkeit. Ein Ziel ist dabei häufig die Selbstoptimierung, um den gesellschaftlichen Ansprüchen und denen des Arbeitsalltages mühelos gerecht zu werden. Doch wie steht es eigentlich um unsere mentale Gesundheit in Zeiten, in denen Selbstoptimierung ein gelebtes Credo ist?
Wir messen unser Herzfrequenzvariabilität, tracken unseren Schlaf, zählen unsere Schritte und setzen uns dabei unbewusst ständigem Leistungsdruck aus. Selbstoptimierung vermittelt das Gefühl, ständig „besser“ werden zu müssen. Das führt zu dauerhaftem Stress und dem Eindruck, nie genug zu leisten – selbst in unserer Freizeit. Doch wenn wir den eigenen Wert an Produktivität oder Schrittzahlen messen, wird vermeintliches persönliches Versagen viel stärker wahrgenommen als normal. Plötzlich genügen wir uns selbst nicht mehr! In der Folge instrumentalisieren wir unseren Körper zu einer Leistungsmaschine, statt dem ohnehin vorhandenen täglichen Leistungsdruck einen Ausgleich entgegenzustellen.
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EDITORIAL aktuelle Ausgabe:
Liebe Leser*innen,
die Welt verändert sich radikal und rasant. Als ich Ende vergangenen Jahres meine einleitenden Worte für die Dezember/Januar-Ausgabe des stadtMAGAZINS KÖLN formulierte, war die Welt noch eine andere. Immense politische Umbrüche haben seither alles verändert, und auf einmal leben wir in Zeiten, in denen Großmachtsdenken das Handeln bestimmt und in der unsere regel- und wertebasierte Ordnung, die uns über 80 Jahre Frieden und Wohlstand beschert hat, keine Gültigkeit mehr zu haben scheint. Wohin uns eben dieses Großmachtsdenken in unserer Geschichte geführt hat, mussten unsere Eltern und Großeltern in zwei Weltkriegen schmerzlich erfahren. Viele Menschen haben Angst. Wohin driften wir? Allein die Aufstockung des Verteidigungsetats kann uns nicht schützen, wenn wir uns nicht gesellschaftlich stärken. Was nutzen verteidigungspolitische Anstrengungen, wenn unser Land und seine Werte von innen ausgehöhlt werden? Anscheinend müssen wir die Essenz der Demokratie neu begreifen lernen. In fünf Bundesländern finden dieses Jahr Landtagswahlen statt – und es wird ein Wahljahr mit Sprengkraft, das zeigen wird, ob unsere Gesellschaft noch funktioniert und ob wir weiter vertrauensvoll in die Zukunft blicken können.
Mit Vertrauen in die Zukunft blicken – das ist das Credo vieler Gründer, die unsere Welt am Laufen halten. Allein in Deutschland legten die Startup-Gründungen im zurückliegenden Jahr um ein Drittel zu. Über 3500 motivierte Menschen wagten den Sprung in die Selbstständigkeit. In unserer Serie „Startups” stellen wir „Keimling Köln” vor, das mit Microgreens einen gesunden Foodtrend aufgreift. Um Gesundheit drehen sich auch viele Sonderseiten in diese Ausgabe, in denen wir einen kritischen Blick auf etliche Gesundheitstrends werfen. Passend zum Thema Gesundheit stellen wir in unserer Serie Ehrenamt Aggi Hertig vor, die mit dem Verein brotZeit e.V. dafür Sorge trägt, dass Grundschulkinder ein gesundes Frühstück erhalten. Und Sie lernen einen Biobauern kennen, der das Prinzip der Selbsternte umsetzt.
Diese und weitere spannende Themen erwarten Sie in der aktuellen Ausgabe des stadtMAGAZINS KÖLN, bei deren Lektüre ich Ihnen wie immer viel Freude wünsche.
Herzlichst
Ihre
Karola Waldek
- Herausgeberin -
